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Es war Zeit, zu gehen.

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Niemand ist der CDU beigetreten für eine Politik der unbegrenzten Zuwanderung. Niemand für eine Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch die Europäische Zentralbank. Niemand für eine Energiewende, die über die Pläne von Rot-Grün hinausläuft. Niemand hat je einen CDU-Aufnahmeantrag gestellt, damit die Türkei EU-Mitglied wird. Und erst recht hätte sich niemand, der vor 2005 CDU-Mitglied wurde, je träumen lassen, dass die Partei, der er angehört, das alles aktiv betreiben würde.

Und deshalb stehen viele CDU-Basismitglieder vor einem Dilemma. Denn wer in einem Ortsverband aktiv ist, der tut das ehrenamtlich. Ihm geht es um die Sache, nicht um die Karriere und seinen Lebensunterhalt. Das unterscheidet ihn vom Funktionärscorps. Manche CDU-Mitglieder haben ihre Meinung der Politik der Führung angepasst. Anderen ist es nicht so wichtig, sie beschränken sich auf lokale Aufgaben. Aber die übrigen verzweifeln an ihrer Partei.

In Dresden haben couragierte Mitglieder eine Initiative CDU-Kurswechsel gegründet. Ich war der einzige Ortsverbandschef, der sie zur Diskussion eingeladen hat. Vorletzte Woche saßen etwa 15 CDU-Mitglieder deprimiert um den Tisch und alle waren sich einig, dass es so nicht weitergehen kann. Die regelmäßigen Jubelnachrichten aus dem Konrad-Adenauer-Haus sind unterdessen so weit von der Realität entkoppelt, dass man sich gar nicht mehr über sie ärgern kann; sie sind nur noch peinlich. Die bezahlten Funktionäre üben sich derweil im beredten Nichtssagen. In kleinen Runden stimmen sie der Kritik der Basis zu, öffentlich schweigen sie. Ansonsten betreiben sie Personalpolitik in eigener Sache.

Fragt man die aktiven Mitglieder, weshalb sie noch in der CDU sind, so lautet die Antwort immer, dass sie nicht aufgeben wollen, die CDU von innen zu erneuern. „Nur wer im Auto sitzt, kann die Richtung mitbestimmen“ ist ein oft gebrauchtes Zitat. Ich habe selbst so argumentiert und damit noch bis 2016 neue Mitglieder in meinen Ortsverband geworben; wir waren einer der ganz wenigen Verbände mit steigender Mitgliederzahl. Dieser Ortsverband Dresden-Zschachwitz war meine politische Heimat, und ich bedauere, sollte ich durch meinen Austritt meine Freunde da enttäuscht haben.

Die Erkenntnis der letzten Monate aber ist, dass es tatsächlich keine Chance gibt, den derzeitigen CDU-Kurs zu ändern. Meine Zweifel begannen mit dem gruseligen Bundesparteitag in Karlsruhe, zu dem ich Delegierter war. Neun Minuten standing ovations für Angela Merkel waren angesichts der Situation im Land mit damals über 100.000 illegalen Einwanderern je Monat eine Verhöhnung der Bürger. In ihrer Rede entfaltete sie die Vision eines Landes ohne Grenzen, was immer auch ein Land ohne Sicherheit, ohne Wohlstand und ohne demokratische Mitsprache für die einfachen Leute bedeutet. Es gab nichts zu Bejubeln. Von Karlsruhe flog ich zur Weihnachtsfeier meines Ortsverbandes; es war eine andere, gute Welt. Miteinander zu tun hatten sie nichts mehr.

Meine Kandidatur für den Bundestag war der Versuch zu zeigen, dass man sehr wohl in der CDU etwas erreichen und bewegen kann. Mittlerweile hat Wolfgang Bosbach seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Horst Seehofer kann sich nicht durchsetzen. Selbst die Wahlniederlagen in Mecklenburg und Berlin prallen an der CDU ab. Wenn aber weder Wolfgang Bosbach, noch der Bayrische Ministerpräsident, ja nicht einmal das Volk in Wahlen eine Korrektur der Politik der Bundeskanzlerin bewirken können – dann kann ich nicht mehr behaupten, ich könne es. Niemand kann es. Ich musste einsehen, dass ich selbst dann nichts verändern könnte, wenn mich die CDU Dresden für den Bundestag nominieren und die Bürger mich wählen würden. Ich würde entweder als konservatives Feigenblatt mit Büro im Keller und Sitz im Sportausschuss meine Wahlperiode abdienen oder müsste genau den Betrug an meinen Wählern und Unterstützern begehen, den ich anderen vorwerfe. Zu beidem bin ich nicht bereit.

Ich bin 2012 nach dem Abschluss meines Zweitstudiums in New York politisch aktiv geworden, weil ich meine Kraft und meine Kenntnisse für das öffentliche Wohl einsetzen wollte – private Interessen vertrete ich beruflich. Dieses Ziel verfolge ich weiter. Mein Austritt ist nicht das Ende der Debatte, es ist der Beginn. Mein politisches Kapital ist meine Authentizität und Glaubwürdigkeit. Diese will ich nicht verlieren.

Damit blieb nur ein Weg: Ich verlasse mit Wehmut, aber aus Überzeugung die CDU, deren Politik ich nicht mehr mittragen kann.

Zum Weiterlesen: Homepage CDU-Austritt

 

 

 

 

  1. Röbi #

    Hallo Herr Krah,

    Ihr Schritt ehrt Sie, ist aber zugleich sehr bedauerlich, weil erneut ein wirklich konservativer Politiker die politische Bühne verlässt. Daher meine Frage, die ich auch via Twitter schon gestellt habe: Gibt es eine anderweitige politische Perspektive für Sie mglw. in einer anderen Partei?

    20. September 2016
  2. Meinen Respekt und meine Hochachtung für Ihren nachvollziehbaren Schritt, diese nicht mehr wiederzuerkennende CDU zu verlassen ! Merkel wäre nur aufzuhalten, wenn Tausende weitere Mitglieder Ihrem Beispiel folgen würden ! Gratulation zu Ihrer mutigen Initiative ! Twitter.com/Leserbriefe

    20. September 2016
  3. Nicolas Scheidtweiler #

    Ein Stück Idealismus, den ich sehr schätze! Vielen Dank dafür.
    Ich stehe bei meiner Partei vor einem ähnlichen Dilemma. Warten wir ab, was sie nach Rückkehr in den Bundestag tut.

    20. September 2016
    • Matthias Junge #

      Hallo Herr Scheidtweiler, Idealismus bei Herrn Krah? Das nun wirklich nicht! War das nicht der Herr, der erst vor kurzem mit der AfD Modalitäten für seien Übertritt ausgehandelt hat? Also- wo ist der Idealismus?

      26. Oktober 2016
      • Sie sind flott im Urteilen. Und liegen daneben.

        10. November 2016
  4. Mach das Licht aus, wenn Du gehst – und dreh Dich nicht um.
    Seehofer hat leider keine Eier. Scheint aber normal zu sein in der CDU/CSU. Das Dilemma der Berufspolitik: Wer aus der Reihe tanzt, muß auf so viel verzichten, daß er lieber linientreu bleibt. Exakt das gleiche erleben wir bei den Medien: Vor der Tür stehen 1000e, die „was mit Medien“ machen wollen, so daß jene, die nach vielen Jahren einen gutdotierten Posten ergattert haben und vielleicht gerne die Wahrheit sagen würden, ihre Existenz riskierten, wenn sie es täten.

    20. September 2016
  5. Auch ein Resignierter #

    Sehr gehrter Herr Dr. Krah,
    es ist spät, aber nicht zu spät!
    Bei ihrem IQ und Ihrem Weltverständnis war ich bisher doch etwas verwundert, wie lange Sie bis zu ihrem Entschluß ausgeharrt haben! Es war wohl bislang der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung. – Für mich sind Ihre Argumente mehr als nachvollziehbar (und ähnlich in meiner Austrittserklärung vor etwa einem Jahr nachzulesen). Ich denke mit Wehmut an unseren kurzen gemeinsamen Versuch, etwas zu verändern.
    Trotzdem: Bleiben Sie weiterhin politisch aktiv („Alternativen“ gibt es ja!). Deutschland braucht solche Leute wie Sie, die nicht nur an sich, sondern auch an unser Land und unsere Kinder und Enkel denken!
    Gruß R. Rösch

    20. September 2016
  6. Jonas Krauß #

    Sehr geehrter Herr Krah,

    aus der Presse habe ich von Ihrem Schritt erfahren und dafür bringe ich Ihnen Hochachtung und Dank entgegen. Dank, weil ich denke, dass Ihr Schritt eventuell anderen unentschlossenen CDU-Mitgliedern auf die Sprünge helfen kann und so insgesamt unser Land nach vorne bringen wird (weniger die CDU). Ich glaube, dass zu diesem Schritt eine gehörige Portion Mut notwendig war – ich bin mir sehr sicher, dass er Ihnen mittelfristig nicht zum Nachteil gereichen wird!

    Ihr Austritt zeigt mir, dass die Hoffnung auf eine Veränderung in der deutschen Politik noch nicht ganz aufgegeben werden muss. Nach wie vor gibt es Menschen, die mit Vernunft, Ehrlichkeit und Konsequenz Politik betreiben – dazu zähle ich Sie aufgrund Ihrer Handlungsweise.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg bei Ihren neuen Unternehmungen!

    Mit bestem Gruß aus Nordrhein-Westfalen

    Jonas Krauß

    20. September 2016
  7. Wanderer #

    Volle Zustimmung. In meinem Freundeskreis befindet sich jemand in ähnlicher Situation. Ich selber bin libertär und verstehe somit nicht, wie man gegen eigene Überzeugungen stimmen kann (gezwungen wird dies zu tun). Ich mag Bosbach nahe stehen aber nicht Kauder, Ich mag Petry aber nicht Meuthen. Ich wäre in einem Dauerdilemma.
    Ich verstehe auch nicht, welche Großartigkeit Merkel zugerechnet wird. Ich bin alt genug mich an Debatten zw Wehner und Strauß zu erinnern. Da flogen die Fetzen!
    Heute ist die CDU links von der SPD. Rechts ist ein leerer Raum und die ach so „rechtspopulistische“ AfD steht genau da, wo dereinst die CDU stand.
    Wer zurück zur Mitte will, muß dringend nach rechts steuern – ich als Libertärer möchte derzeit gern rechter wählen können als AfD. Nicht ewiglich, aber jetzt ja. Schwupps bin ich Nazi (sagt der Berliner BM). Das ist doch keine Demokratie mehr. Das ist selbstgerecht.
    Ich wandere deswegen aus und überlasse Jüngeren das Feld. Von ganzem Herzen: Viel Glück Herr Krah!

    20. September 2016
  8. Martin Koops #

    Ich schließe mich der Achtung der anderen Kommentatoren an und Lob für diese Aufrichtigkeit und bodenständige Haltung!! Das was hier steht, bestätigt was viele nicht glauben wollten, dass dort zwei Parallelwelten entstanden sind, die sich nie mehr ohne Weiteres wiederfinden. Allerdings finde ich noch mit am schlimmsten wie die Medien an diesem falschen Heile-Welt-Bild brutal mitbasteln und nachher sich wieder reinwaschen wollen…ganz ganz gefährlich ist das. Die wichtigste Basis ist längst entfernt vor allem auch für meine 30er Generation : Vertrauen. Aber für diese Haltung und Entscheidung als motivierter Vertreter von der Basis: Respekt und Anerkennung nochmals. Denn hier verrät sich jemand nicht selbst! Großartig! Gruß aus Hamburg

    20. September 2016
  9. Sehr geehrter Herr Krah,
    obwohl wir wahrscheinlich politisch etwas unterschiedliche Ansichten haben, sprechen Sie mir aus der Seele. Ich bin letztes Jahr der FDP beigetreten und habe mich im Ortsverein engagiert.
    Ja, ich bin in den Rat eingezogen, ja, die anderen Mitglieder waren begeistert und sahen rosige Zeiten auf sie zukommen, aber ähnliche Gedanken und Erfahrungen wie Ihre haben mich dazu bewogen, wieder auszutreten. Zu groß war der Jubel und die Selbstbeweihräucherung beim auch nur kleinsten Wahlerfolg. Die alten FDP-Eliten sind längst nicht gegangen, ausgetauscht wurden die Gesichter in der Öffentlichkeit.
    Ich denke, die von Ihnen beschriebenen Verhältnisse treiben radikalen Parteien die Wähler in die Arme und tragen massiv zur Politikerverdrossenheit bei.
    Ich habe für mich eine Entscheidung getroffen, damit umzugehen. Vielleicht haben Sie einmal Zeit, die folgende Seite zu besuchen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Christoph Mildner
    https://www.facebook.com/PILUS/

    20. September 2016
  10. Bodo Kreutzer #

    Herr Dr. Krah,
    Ihre Entscheidung läßt sich nur mit einem Wort beschreiben: RÜCKGRAT!
    Als ich Ihren Artikel gelesen habe war auf einmal, aus dem Nichts eine erschreckende Assoziation da – die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Hindenburg. Steht Deutschland wieder vor einem historischen Wendepunkt, dem Ende der Demokratie, getragen von allen Mainstream – Politikern?
    Denn in einem Punkt vermag ich Ihrer Argumentation nicht folgen. Koalitionspartner können sich durchsetzen, wenn sie es nur wollen. Das beweist die sog. „Bonner Wende“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Wende_(Bundesrepublik_Deutschland)). In sofern werte ich besonders die Kritik aus der CSU als reine Spiegelfechterei.
    meine volle Zustimmung erhalten Sie in Bezug auf das Verhältnis Parteibasis zur Spitze, das mir allerdings nicht als Phänomen der CDU alleine erscheint. Wie anders ist der kometenhafte Aufstieg der AFD zu erklären? Die Reduktion auf Europa- und jetzt Fremdenfeindlichkeit erscheint mir als billig und den Tatsachen nicht angemessen. Selbst das Schwingen der „Nazikeule“ verhindert keineswegs die Wahlerfolge der AFD, im Gegenteil die Wahlbeteiligung ist gestiegen! Ist darin ein weiteres Indiz für die Realitätsferne zu sehen?
    In der Flüchtlingspolitik sehe ich nicht die Ursache der letzten Wahlergebnisse, sondern eher der berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Politik erklären,wie Bundeskanzlerin Merkel es beabsichtigt, wird diese Entwicklung nicht beenden, sondern nur eine Politik, die mehrheitlichen Konsens bewirkt!

    20. September 2016
  11. Sehr überzeugend dargelegt. Diese um sich selbst kreisende kaltschnäuzige Parteimaschine kann man nur durch heftige Tritte von außen irritieren – sprich durch Wahlergebnisse von AfD und ALFA. Viel wäre gewonnen, wenn ALFA über die 5% käme. ALFA ist die neue CDU konservativ liberalen Zuschnitts.

    20. September 2016
  12. Christian Skerka #

    Werter Herr Krah,
    ich denke, dass ihr Schritt sicher reiflich überlegt war. Nur konsequenterweise sollten nun auch schleunigst der Kirche den Rücken zeigen. Hören sie doch mit ihren heuchlerischen Angriffen gegen ihre Parteispitze auf. Diese Politik war und ist alternativlos WEIL IM BESTEN SINNE CHRISTLICH: Pfui für ihre schlimme Propaganda!
    Christian Skerka.

    20. September 2016
  13. Jürgen Christoffers #

    Gratulation! Ende 2014 habe ich aus ähnlich beschriebenen Gründen in Vorahnung dessen, was möglicherweise auf uns zukommen wird, diese nicht wiedererkennbare CDU unter Protestschreiben an meinen damaligen Bundestagsabgeordneten verlassen. Und ich habe mich nicht geirrt, leider sind meine schriftlich fixierten Begründungen größtenteils eingetroffen! Ich wünsche allen denen es ein Unbehagen bereitet, weiterhin mit gebückter Körperhaltung in der Partei zu hocken, ein abruptes Aufstehen verbunden mit dem Verlassen dieser „seit langem fremden CDU“ zu beenden!

    Jürgen Christoffers

    20. September 2016
  14. Easy #

    Meinen Respekt, Herr Dr. Krah!
    Mir ist es allerdings unbegreiflich, daß angesichts dieser nochmaligen Bekräftigung des aktuellen Kurses durch die Parteivorsitzende keine Anzeichen einer Austrittswelle zu erkennen sind. Wichtiger wäre mir allerdings, daß konservative Werte in Deutschland wieder eine wählbare Heimat finden. Ich fürchte, es wird höchste Zeit dafür. Ihnen wünsche ich das Beste für ihren weiteren Weg; mir wünsche ich, daß Sie ihrem inneren Kompaß treu bleiben.

    21. September 2016
  15. Ulrich Bohl #

    Sehr geehrter Herr Dr. Krah mit großem Respekt vor
    diesem Schritt möchte ich Ihnen für diesen Schritt
    danken. Gleichzeitig verringert sich dadurch leider die
    Zahl kritischer Geister in einer Partei die den An-
    spruch Volkspartei zu sein aufgegeben hat. Als jemand
    der nie einer Partei angehört hat, ist es für mich
    absolut unverständlich wie andere Mitglieder wider
    besseren Wissens diese Politik noch mittragen
    können. Man tritt freiwillig ein und wenn man über
    einen langen Zeitraum feststellt diese Partei hat
    einen Kurs eingeschlagen den man nicht mehr
    mittragen kann, bleibt als letzte Konsequenz nur
    der Schritt den Sie getan haben. Ich wünsche
    Ihnen für die Zukunft alles Gute und bitte betreiben
    Sie ihre Webseite weiter.
    Mit besten Grüßen aus Berlin
    U.Bohl
    21.9.2016

    21. September 2016
  16. Anonym 2016 #

    Sehr geehrter Herr Krah,

    Respekt für Ihre Entscheidung, zu Ihrer Entfremdung auf dem Bundesparteitag: Dieser Artikel beschreibt die Situation mMn treffend:

    „…Da die Kanzlerin alle konkurrierenden Führungspersönlichkeiten längst beseitigt hat und die CDU seit der Kohl-Ära die programmatische Arbeit eingestellt und dadurch das übers Taktische hinausgehende politische Denken verlernt hat, fehlt dem Widerstand gegen den aktuellen Kurs sowohl das Personal als auch die leitende Idee. Der Horror Vacui, die schiere Angst vor dem völligen Zerfall dieser morschen Partei, verführt ihre Mandats- und Funktionsträger dazu, die Reihen umso fester um die Anführerin zu schließen. Nur sie allein steht noch für Bedeutung und Macht.

    Wenn immer manche Journalisten oder externe Beobachter den Sturz Merkels an die Wand malen, reagiert die Partei mit umso stärkeren Beschwörungen der Treue. Der äußerliche Höhepunkt dieses seltsamen Reflexes war die bizarre Klatschorgie auf dem Parteitag von Karlsruhe. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, angesichts eines offensichtlichen Kontrollverlusts der von Merkel geführten Bundesregierung und inmitten von Gerüchten über das Ende der Ära Merkel klatschten sich die Delegierten buchstäblich ihre Angst von der Seele.“

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/nach-wahlschlappe-cdu-reagiert-arrogant-und-ignorant/14501590-2.html

    Als ehemaliger, entsetzter Linksgrün-Wähler, der jetzt die „einzige noch wählbare Partei“ wählt, würde ich mich freuen, wenn sie mithelfen würden, die Spinner dort durch gute Leute zu ersetzen.

    Alles Gute

    22. September 2016
  17. albertus 28 #

    Lieber Herr Kreh,seid ihr denn im Osten alle verrückt geworden,Sie scheinen ja aufgrund ihres Alters kein alter Nazi zu sein,aber können Sie mal erklären,wie Sie und Frau Bellmann sich Sachsen bzw den Osten Deutschlands vorstellen.Ich bin nur noch fassungslos.Wollen Sie denn Leuten wie Petry,Höcke,Gauland etc nachlaufen.Ich bin CDU -Wähler im Ruhrgebiet und kann nur noch fassungslos zur Kenntnis nehmen,dass der Osten nach der roten SED- Diktatur sich nach einer braunen Diktatur sehnt.Zieht die Mauer wieder hoch und bleibt unter Euch… ich bin nur noch fassungslos…..

    22. September 2016
  18. Thomas Franzmann #

    Äußerst lesenswert!
    Ein Politiker mit mit Haltung und nicht bloß ein dummer Opportunist mit Parteibuch, von denen es viel zu viele gibt – zum Leidwesen des Volkes.
    Schade!

    23. September 2016
  19. Sehr geehrter Herr Dr. Krah,
    Ihr Schritt war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Ich bedauer nicht, dass Sie diese Partei verlassen haben, denn diese Partei ist nicht mehr reformierbar. Sie muß sich auch nicht mehr reformieren, denn an ihrer Stelle ist längst eine Bürgerbewegung getreten, die die alten konservativen Zielen der ehemaligen CDU auf ihre Fahnen geschrieben hat. Das einzig gute was die CDU jetzt noch für Deutschland tun kann ist schnell zu sterben.
    Mit der AfD haben wir eine vorzügliche Alternative erhalten, die einen riesen Vorteil zur CDU aufweist, sie ist sehr volksnah und vor allem lobbyfrei!

    23. September 2016
  20. F. Brode #

    Ich danke und ich gratuliere Ihnen zu diesem Schritt => love it, chance it or leave it!!

    Ihre Argumentation spricht mir aus dem Herzen und macht Mut, staune und ärgere ich mich doch täglich über gewissen- und verantwortungslose sowie untertänige Steigbügelhalter einer Politik, die dem Wohle Deutschlands schadet. Eine Frau Merkel könnte allein keinen Schaden anrichten. Vielmehr ist es die Summe aus abhängigen und willfährigen Parteisoldaten. Unerträglich!

    Um so erfreulicher finde ich es, wenn es noch ehrliche und mutige Menschen gibt, die jeden Tag aufrecht in den Spiegel schauen wollen und können. Und die ihren Kindern ein demokratisches Land hinterlassen wollen, in dem man gern und zufrieden lebt, sich mit Leistungen einbringt und Werte wie Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Willkürverbot nicht nur leere Hülsen sind. Ein Land, was eine kulturelle und nationale Identität besitzt und in dem gesunder Patriotismus selbstverständlich gelebt werden kann.

    Der öffentliche CDU Austritt von Steffen Heitmann war für vernunftbegabte Menschen ebenfalls schon sehr wohltuend. Ich hatte damals bereits auf einen Nachahmungseffekt durch geradlinige Leidensgenossen gehofft, der erstmal nicht eingetreten ist. Mit Ihrer Aktion werden Sie sicher mehr Effekte erreichen und hoffentlich noch mehr ermutigen, es Ihnen gleich zu tun.

    Jetzt sind Sie frei, sich bei diesem Politdrama auf der richtigen Seite zum Wohle unseres Landes zu engagieren.

    Ich wünsche Ihnen dabei alles Gute und viel Erfolg!

    Herzliche Grüße
    Ihre F. B.

    23. September 2016
  21. Als Redakteur, der an seinen Berufskollegen seit einigen Jahren ebenso verzweifelt wie Sie an entweder dummschwätzenden oder verlogenen bis zynischen führenden Parteimitgliedern, bewundere ich Ihre klare Haltung und beglückwünsche Sie zu Ihrer tadellosen Begründung, der nichts hinzuzufügen ist. Ich wollte, ich hätte diese stilistische Anregung schon gehabt, als ich vor einigen Jahren als Vorstandsmitglied aus meinem eigentlich um des Gros seiner Mitglieder immer noch geliebten SPD Ortsverein austrat. Die weltfremde, dumme, ja einfältig-naive, aber pfründeorientierte „Politik“ der hauptberuflichen Mitglieder der Partei konnte ich allerdings schon länger nicht mehr mittragen.

    Deutschland krankt daran, daß es seit 1949 zwar zahlreiche Politiker- und Regierungswechsel gegeben hat, aber niemals einen Politikwechsel. Der ist überfällig und ich hoffe sehr, daß Leute wie Sie an einem solchen beteiligt sein werden.

    23. September 2016
  22. Es gibt sie also noch – Menschen mit Vorbildwirkung!

    Meinen ehrlichen Respekt und große Hochachtung!

    Bitte geben Sie, sehr geehrter Herr Dr. Krah, weiterhin den Menschen Mut und Kraft
    um Veränderungen friedlich herbeizuführen.

    25. September 2016
  23. KERSTIN STÄHR #

    Sind Sie noch aktiv in einer Partei tätig, Herr Krah?

    28. September 2016
  24. Manfred Mueller #

    Guten Tag Herr Krah,
    das ist der einzig richtige Weg den Sie jetzt beschreiten. Wir der „Souverän“ hat übrigens nicht Merkel gewählt sondern Euch, die Abgeordneten. Somit seid es auch Ihr, welche am „jüngsten Tag“ zur Verantwortung gezogen werdet. Julia Klöckner hätte anlässlich der RLP Wahl eine gute Gelegenheit gehabt die Palastrevolution auszurufen. Stattdessen hat sie sich unterwürfig eine Wahlniederlage einhandelt, welche „Teflon-Mutti“ wie üblich an sich hat abprallen lassen. Den Seehofer kann man übrigens vergessen, der macht nur Wind und knickt letztlich ein. Dabei hätte auch er mit bundesweitem Auftritt der CSU die große Chance Merkel abzuservieren.

    Wünsche Ihnen viel Erfog in der neuen Partei.
    Mit besten Grüßen aus dem Taunus (Wahlkreis von Willsch – denkt wie Sie aber der letzte Schritt fehlt noch)
    Manfred Müller

    29. September 2016
  25. Maischle #

    Sehr geehrter Herr Krah,

    Sie hätten sich in Sachen Türkei vor Ihrem Eintritt besser informieren sollen, was die CDU schon lange wollte.

    Walter Hallstein (CDU), außenpolitischer Berater Adenauers und späterer erster Präsident der EWG-Kommission hatte im September 1963 anlässlich des Assoziierungsabkommens der EWG mit der Türkei erklärt: „Und eines Tages soll der letzte Schritt vollzogen werden – die Türkei soll vollberechtigtes Mitglied der Gemeinschaft sein.“

    Insofern hat die CDU schon lange der Türkei in Aussicht gestellt, dass sie volles Mitglied der Europäischen Gemeinschaft wird. Auch die Regierung Kohl hat dann diesen Kurs beibehalten. Nur hat damals jeder in der CDU gedacht, dass dies ja eh nie passieren wird, weil die Türkei nicht bereit ist die Bedingungen zu erfüllen.

    8. Oktober 2016
    • Die Türkei ist heute aber eine andere als 1963. Atatürks Laizismus gibt es nicht mehr.

      10. November 2016
  26. Thomas Huber #

    Sehr geehrter Herr Dr. Krah,

    Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Bitte tragen Sie all dies in die Oeffentlichkeit und klären Sie das Wahlvolk maximal auf.

    Danke!

    8. Oktober 2016
  27. Lieber Herr Krah,
    seit einiger Zeit verfolge ich interessiert Ihren Blog und habe mich darüber im belustigt, dass Sie von Ihrer ehemaligen Partei als “Querulant“ eingeordnet wurden. Nun sind Sie ausgetreten und ich zolle Ihnen meinen Respekt und meine Hochachtung für Ihren Schritt. Als satirischer Beobachter des Zeitgeschehens habe ich vor einiger Zeit die Satire: “Die Parteilinie” geschrieben, die Sie angesichts Ihrer Erfahrungen mit der CDU sicher amüsieren wird.
    Ich habe sie in meinem Blog veröffentlicht unter: https://joerghellmannblog.wordpress.com/2016/05/23/die-parteilinie/

    Mit besten Grüßen
    J.Hellmann

    13. Oktober 2016
  28. Warum wird die CDU-Austritts-Seite nicht fortgeschrieben?

    6. November 2016
  29. Petra Herm #

    Wann kommen neue Beiträge auf der CDU – Austritt Seite?
    Ihnen ein friedliches 2017 und viel Erfolg.

    29. Dezember 2016
  30. benno #

    Für mich gibt es kein Beileid zu ihrem CDU-Austritt. Als Ossi-Katholik mit reichhaltiger Stasieakte war ich bei der Wende 89 aktiv dabei und habe Politiker a la West kennengelernt. Als ich feststellen musste, wie sich jene Karriere-Charaktere (SED u.a.) aus der einstigen DDR mit West-Geschäftsleuten von CDU/FDP/SPD beim Bier auf die Schulter klopften, war für mich der Spass vorbei. Ich behaupte mal, es hat nie eine friedliche Revolution in der DDR gegeben. Es war eine reine Übernahme, Wessis haben sich schnellstens mit den Mächtigen der ehemaligen DDR kurz geschlossen um sämtliche Netzwerke zu übernehmen und darauf weiter zu spielen; mit allen Vorteilen für solche Menschen wie Frau Angela Merkel. Sie hat ihre prostantische SED-Gesinnung bestens verborgen und in den letzten Jahren hervorragend in der CDU zur Blüte gebracht, mehr auch nicht. Aus diesem Grund war die BRD-Parteipolitik für mich, der alles andere, aber nicht machtpolitisch agieren wollte, ein totes Pferd. Herr Krahe, ihre Schritt war und ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ob die weiteren Schritte richtig waren, wird sich zeigen…
    Leider wird die AfD, weil eine wirkliche existentielle Gefahr für die Einheitsparteien SPDGRÜNECDUFDP gerade von einigen Verfassungschutzbeamten unterwandert.

    20. Februar 2017

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