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Mit ‘Patriotismus’ getaggte Beiträge

Brexit: Die Rückkehr der Ideen in die Politik.

2d7c08db-9d87-43ce-921f-513acca86f7e-2060x1236Seit am Donnerstag das Volk des Vereinigten Königreiches per Referendum seinen Austritt aus der EU beschloss, sollte jedem klar sein, dass Europa vor grundlegenden Veränderungen steht.

Die Briten haben eine Entscheidung getroffen, die ökonomisch mutig ist, um es höflich auszudrücken. Sie haben sich für Risiko entschieden. Das ist bemerkenswert, basiert doch die europäische Politik spätestens seit den 1980er Jahren auf dem Versprechen von Wohlstand und Sicherheit. Sie legitimiert sich nicht intellektuell, sondern materiell, und besänftigt fordernde Gruppen mit großzügigen Zuwendungen. Diese Politik vermeidet jeden Konflikt, in dem sie Frieden kauft. Sie scheint an ihr Ende gekommen zu sein. Weiterlesen

Warum Fakten stören – Beobachtungen in der Zuwanderungsdebatte.

Konzert-Besucher-bei-Rock-im-Sektor-2015Eine der bemerkenswerten Facetten der deutschen Zuwanderungsdebatte ist, dass Fakten nicht zur Kenntnis genommen werden. Seit fast einem Jahr bemühe ich mich, die Diskussion durch das Benennen von Tatsachen, den Verweis auf Statistiken und empirische Erfahrungen anderer Länder und anderer Zeiten zu versachlichen. Obwohl sich meine Prognosen fast alle bestätigt haben – einige waren zu positiv – ändert sich an den Überzeugungen derjenigen, die in der gegenwärtigen Masseneinwanderung eine „riesige Chance“, ein „Geschenk“ oder eine „Bereicherung“ sehen, nicht das Geringste. Kein sexueller Übergriff, keine Kostenschätzung, keine Terrorwarnung vermag den Eifer zu bremsen, mit dem die meinungsbildenden Eliten in Politik und Medien die Masseneinwanderung befördern und begrüßen. Wieso das? Weiterlesen

Wer ist hier rechts?

IMG_0163Ich wurde 1977 in Sachsen geboren, und wie die Meisten in meiner Generation habe ich mich nach 1990 bemüht, das zu verbergen. Das begann bei der Sprache – als erstes wurde die Kaufhalle zum Supermarkt – und setze sich in Auftreten, Habitus und Stil fort. Ein „Ossi“ wollte ich nicht sein. Vor 10, 15 Jahren habe ich mit Verve die These vertreten, dass es in meiner Altersgruppe keine relevanten Ost-West-Unterschiede mehr gibt, was letztlich bedeuten sollte, dass das spezifisch Ostdeutsche vollständig verschwunden ist.

Manchmal muss man ins Ausland gehen, um mehr über sich und sein Land zu erfahren. Als Stiftungsvorstand in Wien hörte ich oft, dass meine Art der Problemlösung meine Ost-Prägung erkennen ließe; und anders als im Inland war das ein Kompliment. Beim Studium in New York verhalfen mir meine Schulkenntnisse in russischer Sprache, Geschichte und Literatur zu einem einfachen Zugang zu den russischen Kommilitonen und machten mich bei Amerikanern, Engländern und Israelis zu einem gefragten Gesprächspartner zu europäischen Themen. „Ost“ zu sein war plötzlich ein Vorteil.

Aktuell erleben wir die Ost-West-Unterschiede in der politischen Beurteilung. Der Osten, Dresden und Sachsen voran, beurteilt die Masseneinwanderung kritischer und ist Russland gegenüber wohlwollender als der Westen. Diese Differenzen führen nun in den westdeutsch geprägten meinungsbildenden Schichten zu einer Abqualifizierung: Der Osten sei eben zurückgeblieben, Weiterlesen

Der nationalistische Irrweg

Ich bin ein Patriot. Ich finde, dass wir Deutschen allen Grund haben, auf unser Land stolz zu sein. Es ist ein freundliches, ziviles, sicheres und angenehmes Land. Nirgendwo in der Welt habe ich bislang Ablehnung deshalb erfahren, weil ich aus Deutschland stamme; im Gegenteil, oft genug verschafft es mir einen Sympathiebonus. Ich verstehe meine deutsche Prägung dabei immer als etwas Bereicherndes. Wir Deutschen haben etwas, das wir ohne falsche Scheu einbringen können, wenn in Europa und der Welt etwas bewegt werden soll.

Nun ist ein solches Bekenntnis in Deutschland nicht ganz selbstverständlich. Meine Erfahrung ist, dass mir zwar nahezu alle Menschen, die es hören, zustimmen – auch jene, die sonst so gar nicht meiner Meinung sind – aber es sich die wenigsten getrauen, das offen auszusprechen. Jaja, die „Vergangenheit“. Richtig ist, dass ein völlig aus dem Ruder gelaufener Nationalismus viel Unheil im 20. Jahrhundert angerichtet hat. Der Erste Weltkrieg ist wohl ohne nationale Idee nicht zu erklären. Der Zweite Weltkrieg war zwar mehr ein Krieg von Ideologien denn von Nationen – anders kann man sich die großen Exilantengemeinschaften nicht erklären – aber auch diese basierten letztlich auf der nationalen Idee. Folgerichtig sahen es die westeuropäischen Politiker der Nachkriegszeit als ihre Mission an, diese Idee zu überwinden und stattdessen ein einiges Europa zu begründen. Bis heute wird deshalb Patriotismus in Deutschland argwöhnisch beäugt, weil man sich vor der einer Rückkehr des alten Nationalismus fürchtet.

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